Die demografische Entwicklung und ihre Folgen sind fast schon täglicher Bestandteil der öffentlichen Diskussionen und Nachrichten. Hierzu ist schon so viel Wichtiges und Richtiges und weniger Richtiges gesagt worden, dass an dieser Stelle weitere Diskussionen überflüssig sind.
Zugleich wissen wir auch seit Jahren, dass Arbeitsplätze die wenig besonderes Know-how erfordern, in Deutschland dauerhaft nicht zu halten sind. Die Verlagerung dieser Jobs ins Ausland ist schon vielfach erfolgt und wird auch in Zukunft geschehen.
Zugleich zeigt sich immer wieder, dass Deutschland sehr wohl seinen Wettbewerbsvorteil hat, wenn es seine Stärken, die sowohl in fachlichen, aber auch in den hin und wieder als Sekundärtugenden bezeichneten persönlichen Eigenschaften wie Zuverlässigkeit ausspielt.
Die logische Ableitung hieraus ist, dass Deutschland nur dann seinen Platz als führende Exportnation (und pro Kopf der Bevölkerung liest sich hier unsere Leistungsfähigkeit ganz hervorragend) verteidigen kann, wenn wir eine hinreichende Zahl von jungen, leistungswilligen und bestausgebildeten Experten immer wieder in das Berufsleben einführen können.
Und hier zeigt sich dann die eigentliche Katastrophe der Entwicklung. Nicht nur, dass unsere Gesellschaft zu wenig Kinder „erzeugt“. Viel bedrohlicher ist es, dass wir uns den Luxus leisten, einen hohen Prozentsatz eines jeden Schuljahrgangs ohne adäquaten Abschluss auf den weiteren Lebensweg zu schicken. Und noch viel schlimmer ist es, dass viele toptalentierte Abiturienten nicht „harte“ Fächer studieren, sondern entweder in das Ausland gehen, gar nicht studieren oder Fächerkombinationen mit geringer Relevanz für die volkswirtschaftliche Wertschöpfung wählen.
Solange die letztere Entscheidung auf Begeisterung für ein solches Fach zurückzuführen ist, ist sie zu begrüßen und zu unterstützen. Jeder kann nur in dem Fach erfolgreich sein, indem er Spaß hat. Häufig liegt nach unserer Analyse die Ursache für eine solche Entscheidung (und auch die generelle Verweigerung, ein Studium aufzunehmen) darin, dass die Tätigkeit in Industrieunternehmen als etwas wenig erstrebenswertes dargestellt wird. In der Öffentlichkeit wird häufig das Zerrbild produziert, dass dort Politik vor Leistung, Intrigantentum vor Werteorientierung, Show vor Ergebnisse und Ellbogenmentalität vor Teamplay geht. Wir alle wissen, dass die Realität in Unternehmen zwar nicht perfekt ist, aber doch deutlich besser als es dem Zerrbild in der Öffentlichkeit entspricht. Und genau hier hat der Comites-Verein seine Bestimmung gefunden und seine Aufgabe definiert.